Bahnhof Zoo
Europa Center und Gedächniskirche

Bahnhof Zoo und Ku'damm

Der Bahnhof »Berlin Zoologischer Garten« wurde seinerzeit für Vorortszüge erbaut. Im Kalten Krieg wurde er bekannt, berühmt und berüchtigt. Bekannt, weil man überall von ihm wusste. Er war nämlich An-/Abfahrtsort von Transitzügen durch die DDR, die West-Berlin (neben Transitautobahnen und den Flugkorridoren der Westalliierten) mit der »Freien Welt« verbanden. Berühmt, wegen dem Buch »Wir Kinder vom Bahnhof Zoo« (Drogenszene hinter dem Bahnhof) und berüchtigt wegen den dortigen Pennern und Strichern.

Am Ku'damm

Wegen der Teilung Berlins im Kalten Krieg war das Gebiet um den Bahnhof Zoo, mit u. a. dem Ku'damm, dem Europa Center, dem KaDeWe (Kaufhaus des Westens) und der Gedächtniskirche (Taufhaus des Westens) das Zentrum der Stadt. Für den freien Teil der zweigeteilten Welt war Berlin nämlich nur noch West-Berlin. Ehemals so gloriose Straßen wie Unter den Linden, Leipziger Straße und Friedrichstraße befanden sich hinter dem Eisernen Vorhang. Und der einst so edle Pariser- und der früher so pulsierende Potsdamer Platz waren nur noch völlig unbebaute Todeszonen - direkt hinter der Mauer oder direkt davor, wenn man in Ost-Berlin lebte. Das Zentrum dort war der »Alex« (Alexanderplatz).

Kranzlereck im Kalten Krieg

Der Kurfürstendamm (einst Knüppeldamm zum Jagdrevier der Kurfürsten) wurde Ende des 19. Jahrhunderts von der Kurfürstendamm-Gesellschaft (Deutsche Bank) ausgebaut. Als Gegenleistung gab's das Vorkaufsrecht auf exquisites Grunewaldgelände. So wurde der Ku'damm auch der breite Boulevard (53 Meter) zur »Millionärskolonie Grunewald«, flankiert von eleganten Geschäften, Restaurants, Cafés, Kneipen, Hotels und noblen Immobilien. Der Ku'damm, das »größte Caféhaus Europas« (T. Wolfe), war auch eine der »aufregendsten Straßen« des Kontinents und im Kalten Krieg Leuchtfeuer (Lichtreklame) der Freien Welt. Teil vom »Knochen im Hals« (West-Berlin) der Machthaber im Osten!

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